Deutscher Fondsverband

Liebe Leserinnen und Leser,

die Preisspirale bei Index-, Markt-, Rating- und Stammdaten dreht sich immer schneller. An europäischen Börsen verteuerten sich der ESMA zufolge die Lizenzkosten für Marktdaten seit 2017 um 400 Prozent. Sowohl die Preissteigerungen als auch der Zwang zu immer neuen Lizenzen kritisieren wir schon lange bei Regulatoren, wie jüngst bei der EU-Benchmarkverordnung, aber auch in Gesprächen mit den Datenanbietern.

Unsere verschiedenen Initiativen tragen erste Früchte: So hält die EU-Kommission die Kosten von Marktdaten für überprüfungswürdig und will mit einem kostengünstigen Consolidated Tape für Börsenpreise mittelfristig gegensteuern. Außerdem forderte die ESMA jüngst die Ratingagenturen zu einer angemessenen Preispolitik für Datenprodukte auf. Unterstützung kommt auch von der Bundesregierung: Das BMF greift in seinem MiFID-Positionspapier wesentliche Kritikpunkte des BVI auf und appelliert an die EU-Kommission, Preisstrukturen bei Marktdaten zu überprüfen. Die Zeichen, dass bei der anstehenden MiFIR-Überarbeitung im Sommer 2020 etwas passiert, stehen gut. Deutschland wird zu diesem Zeitpunkt die EU-Ratspräsidentschaft innehaben und will einen Schwerpunkt auf die MiFID-Überarbeitung setzen.

Doch nicht in allen Fällen hilft das Aufsichtsrecht. Auch die marktbeherrschende Stellung der Datenanbieter ist ein Problem. Hier muss eine Grundsatzentscheidung her. Fraglich ist, ob Preis-, Index-, Rating- oder Stammdaten überhaupt vom Urheberrecht geschützt und damit lizenzfähig sind. Wenn nicht, handeln Datenoligopole missbräuchlich. Sollten auch die Wettbewerbsbehörden das so sehen, wäre ein Präzedenzfall geschaffen. Sämtliche Lizenzmodelle müssten dann auf den Prüfstand.

Beste Grüße

 

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Statistik

Über die Hälfte des Publikumsfonds-Neugeschäfts fließt in nachhaltig anlegende Fonds

Über die Hälfte des Publikumsfonds-Neugeschäfts fließt in nachhaltig anlegende Fonds

Die wachsende Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit wird auch am gestiegenen Absatz nachhaltig investierender Publikumsfonds deutlich. Von Anfang Januar bis Ende...

Die wachsende Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit wird auch am gestiegenen Absatz nachhaltig investierender Publikumsfonds deutlich. Von Anfang Januar bis Ende November 2019 verzeichneten diese Fonds 5,9 Milliarden Euro neue Gelder. Das ist mehr als die Hälfte der Netto-Zuflüsse von offenen Publikumsfonds (10,5 Milliarden Euro). Im gesamten Absatzjahr 2018 lag der Anteil bei 12 Prozent (2,6 von 21,8 Milliarden Euro), 2017 bei 5 Prozent (3,6 von 72,5 Milliarden Euro), 2016 waren es 32 Prozent (2,1 von 6,4 Milliarden Euro).

Das Vermögen nachhaltig investierender Fonds hat sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. Ende November 2019 verwalteten sie 33 Milliarden Euro, was einem Anteil von drei Prozent des Publikumsfonds-Vermögens entspricht. Dabei sind Mischfonds mit einem Vermögen von knapp 13 Milliarden Euro die größte Gruppe.

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Bei der Auswertung sind alle uns gemeldeten offenen Publikumsfonds berücksichtigt, die im Einklang mit den BVI-Wohlverhaltensregeln ihre Investitionsentscheidungen nach in den Fondsdokumenten festgelegten ESG-Strategien treffen.

thomas.koop@bvi.de

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Publikumsfonds: Seit 2018 übersteigen neue Gelder der Privaten die gesamten Netto-Zuflüsse

Publikumsfonds: Seit 2018 übersteigen neue Gelder der Privaten die gesamten Netto-Zuflüsse

Bei Publikumsfonds sind Privatanleger zunehmend eine stabile Stütze im Neugeschäft. Ein Blick in die Bundesbank-Statistik zeigt, dass private Haushalte seit...

Bei Publikumsfonds sind Privatanleger zunehmend eine stabile Stütze im Neugeschäft. Ein Blick in die Bundesbank-Statistik zeigt, dass private Haushalte seit 2014 in jedem Halbjahr netto zwischen fünf und 22 Milliarden Euro neu in Investmentfonds angelegt haben. Damit standen sie in diesem Zeitraum für mehr als die Hälfte des Neugeschäfts der offenen Publikumsfonds. Seit Anfang 2018 übersteigen die Investitionen von Privatanlegern das gesamte Netto-Mittelaufkommen – andere Anlegergruppen zogen also im Schnitt Gelder aus Publikumsfonds ab. Diese Zahlen spiegeln einen grundlegenden Bewusstseinswandel der Privatanleger wider: Von 2002 bis 2013 zogen sie im Schnitt jedes Halbjahr Geld aus Fonds ab. Gleichzeitig zeigt sich in einmal mehr, dass Privatanleger unterdurchschnittlich stark auf Börsenzyklen reagieren. Während sie sich in den Boomjahren zwischen 2005 und 2007 nicht für Investmentfonds begeistern konnten, schrecken sie auch relativ schlechte Jahre wie 2014 und 2018 nicht von Fonds ab.

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markus.michel@bvi.de

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Recht

BVI fordert Bereitstellung von Benchmarkdaten zu angemessenen kaufmännischen Bedingungen

BVI fordert Bereitstellung von Benchmarkdaten zu angemessenen kaufmännischen Bedingungen

Im Rahmen einer Konsultation der EU-Kommission zur Überarbeitung der EU-Benchmarkverordnung setzen wir uns (vgl. Position) für die Bereitstellung und Nutzung...

Im Rahmen einer Konsultation der EU-Kommission zur Überarbeitung der EU-Benchmarkverordnung setzen wir uns (vgl. Position) für die Bereitstellung und Nutzung von Benchmarkdaten zu angemessenen kaufmännischen Bedingungen oder deren Ergänzung um Vorschriften, die den Datennutzer effektiv schützen, ein. Zudem schlagen wir vor, dass die ESMA-Register für Indexanbieter aus der EU und für Benchmarkanbieter aus Drittstaaten zu einer zentralen Datensammelstelle zusammengeführt werden sollen. Hierfür sind die technische Anbindung und der Abruf der Daten auf automatisierter Basis zu verbessern.

Mit der Konsultation möchte die EU-Kommission Anmerkungen der Marktteilnehmer zur Funktionsweise der EU-Benchmarkregelung zwei Jahre nach deren Inkrafttreten einholen. Die Konsultation greift auch Themen auf, bei denen die Benchmarkverordnung selbst eine Überprüfung vorsieht (z.B. zu den Regelungen für kritische Referenzwerte und die Wirksamkeit des Verfahrens für die Zulassung und Registrierung von Referenzwert-Administratoren in der EU). Zudem stellte die Kommission Fragen zur Einstufung der Referenzwerte und zu den Regelungen für Referenzwerte aus Drittländern sowie zum Umgang mit den ESMA-Registern. Auf Basis der Antworten wird die EU-Kommission einen Bericht an das EU-Parlament bzw. den EU-Rat ausarbeiten.

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felix.ertl@bvi.de

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Nachhaltigkeit: Zweite Konsultation zum EU-Ecolabel ist gestartet

Nachhaltigkeit: Zweite Konsultation zum EU-Ecolabel ist gestartet

Das Joint Research Center der EU-Kommission (JRC) hat den überarbeiteten technischen Bericht zur Bestimmung des Anwendungsbereichs und der Kriterien für das...

Das Joint Research Center der EU-Kommission (JRC) hat den überarbeiteten technischen Bericht zur Bestimmung des Anwendungsbereichs und der Kriterien für das EU-Ecolabel zur Konsultation gestellt. Gegenüber der Vorversion (vgl. Newsletter 8/2019) sind nur wenige wesentliche Verbesserungen erkennbar. Auf folgende Eckpunkte möchten wir Sie hinweisen:

  • Anwendungsbereich:
    Das EU-Ecolabel soll zwar grundsätzlich PRIIPs und damit allen OGAWs sowie Publikums-AIFs zur Verfügung stehen. Technische Kriterien werden aber nur für Anlagen in Aktien und Anleihen sowie deren Kombination formuliert. Leider hat sich das JRC dagegen entschieden, Kriterien für Immobilien als geeignete Anlageklasse für das EU-Ecolabel zu entwickeln.
  • Kriterien für grüne Investments:
    Das JRC hat die Portfolioschwelle für grüne Aktieninvestments angepasst. Nach dem überarbeiteten Vorschlag sollen mindestens 60 Prozent des Aktienportfolios bzw. des Aktienanteils in einem gemischten Portfolio in grüne Unternehmen investiert sein, wobei mindestens 20 Prozent auf Unternehmen entfallen müssen, die mindestens 50 Prozent des Umsatzes aus grünen Wirtschaftsaktivitäten nach der Taxonomie erzielen. Die Schwellenwerte für Anlagen in grüne Anleihen blieben unverändert (mindestens 70 Prozent des Portfoliowertes).
  • Ausschlüsse:
    Das JRC hat die Ausschlusskriterien auf Grund von ökologischen und sozialen Erwägungen sowie Governance-Aspekten weiter spezifiziert und teils ausgeweitet.
  • Engagement:
    Neu hinzugekommen sind die Kriterien des EU-Ecolabels für das Engagement mit Portfoliounternehmen. Bemerkenswert ist insbesondere die Anforderung, dass sich der Fondmanager regelmäßig bei mindestens der Hälfte der Portfoliounternehmen engagieren soll, die weniger als 50 Prozent ihres Umsatzes aus grünen Wirtschaftsaktivitäten erzielen.

Wir planen, uns an der Konsultation des JRC zu beteiligen. Unsere Stellungnahme können wir bis zum 14. Februar 2020 abgeben. Am 30. Januar 2020 veranstaltet die EU-Kommission zudem eine Expertenanhörung, an der wir und die EFAMA teilnehmen werden.

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ESMA sieht keine Fehlanreize für kurzfristiges Handeln in der Fondsbranche

Die ESMA hat am 18. Dezember 2019 ihren Bericht zu unangemessenem kurzfristigen Druck auf Unternehmen veröffentlicht (vgl. Newsletter 11/2019). Parallel haben...

Die ESMA hat am 18. Dezember 2019 ihren Bericht zu unangemessenem kurzfristigen Druck auf Unternehmen veröffentlicht (vgl. Newsletter 11/2019). Parallel haben auch die EBA im Bericht für die Bankenbranche und die EIOPA im Bericht für die Versicherungs- und Pensionswirtschaft die Ergebnisse ihrer Untersuchungen bekanntgegeben. Hintergrund ist das Mandat der EU-Kommission an die EBA, EIOPA und ESMA, das Vorhandensein von unangemessen kurzfristiger Orientierung („undue short termism“) an den Finanzmärkten zu untersuchen und gegebenenfalls Vorschläge für Abhilfemaßnahmen zu unterbreiten. Diese Initiative baut auf dem EU-Aktionsplan zur Förderung des nachhaltigen Wachstums von März 2018 auf.

Die Empfehlungen der ESMA fokussieren sich auf die folgenden Themen:

  • Größere Transparenz über ESG-Faktoren:
    Dazu soll insbesondere die Richtlinie über die nicht-finanzielle Berichterstattung (Non Financial Reporting Directive, NFRD) geändert werden, um eine hohe Informationsqualität sicherzustellen und die Offenlegung bestimmter Indikatoren bzw. Zielsetzungen im ESG-Bereich vorzuschreiben. Dies sieht die ESMA als die erste unmittelbar einzuleitende Maßnahme auf dem Weg zur internationalen Standardisierung der ESG-Offenlegung. Außerdem spricht sie sich dafür aus, die nicht-finanzielle Erklärung zwingend in die Jahresberichte der Unternehmen aufzunehmen und einer inhaltlichen Prüfungspflicht zu unterstellen.
  • Stärkung des Engagements institutioneller Anleger:
    Die EU-Kommission soll prüfen, ob das Abstimmungsrecht der Hauptversammlung über die nicht-finanzielle Erklärung ein effektives Mittel sein könnte, die Kontrolle durch Anleger im Hinblick auf Nachhaltigkeitsrisiken von Unternehmen zu stärken. Außerdem möchte die ESMA das Mandat erhalten, um die „Weiße Liste“ im Zusammenhang mit „acting in concert“ um Koordinationsaktivitäten im Bereich der ESG-Risiken zu erweitern.

Auch die EBA empfiehlt eine Überarbeitung der NFRD, um mehr Unternehmen in den Anwendungsbereich einzubeziehen und verpflichtende Anforderungen insbesondere an die klimabezogene Berichterstattung vorzusehen. Sie sieht es zudem als sinnvoll an, eine zentrale EU-Datenbank mit öffentlich zugänglichen Daten zu Umweltrisiken einzurichten und die bei öffentlichen Einrichtungen verfügbaren Daten dem Markt zur Verfügung zu stellen.

Die Empfehlungen der europäischen Aufsichtsbehörden unterstützen unsere Forderungen nach einer Erweiterung der Unternehmensberichterstattung und einer besseren Verfügbarkeit von Daten. Da die ESMA darüber hinaus keine Maßnahmen vorschlägt, die mit weiteren Belastungen für die Fondsbranche einhergehen, bewerten wir die Berichte positiv. Die EU-Kommission wird die Ergebnisse der Untersuchungen analysieren und gegebenenfalls darauf aufbauende Maßnahmen vorschlagen. Wir rechnen damit, dass die Überarbeitung der NFRD ohnehin auf der Agenda der EU-Kommission für 2020 steht. Konkrete Überlegungen dazu sollten in der EU-Konsultation zu „Green Finance Strategy“ enthalten sein, die für das erste Quartal 2020 angekündigt ist.

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BaFin veröffentlicht finales Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken

Die BaFin hat ihr Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken Ende 2019 veröffentlicht. Die finale Fassung berücksichtigt viele unserer Kritikpunkte (vgl....

Die BaFin hat ihr Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken Ende 2019 veröffentlicht. Die finale Fassung berücksichtigt viele unserer Kritikpunkte (vgl. Newsletter 18/2019). Insbesondere stellt die BaFin sowohl auf ihrer Internetseite als auch einleitend im Merkblatt klar, dass dieses nur ein Kompendium unverbindlicher Praktiken darstellt und nicht das Ziel verfolgt, konkrete Prüfungsanforderungen zu formulieren. Zudem macht die Aufsicht deutlich, dass die im Merkblatt aufgeführten Beispiele illustrativ, unverbindlich und weder abschließend noch kumulativ zu verstehen sind. Auch möchte die BaFin damit keine bestimmte Wertung vornehmen. Die Formulierungen zur Rolle einzelner Funktionseinheiten (z.B. Back-Office bzw. Marktfolge-Einheit) sowie zur Rolle der Compliance-Funktion wurden deutlich entschärft. Entgegen unserer Forderung hat die BaFin die Einstufung von Ausschlusskriterien, Positivlisten und anderen ESG-Strategien als Methoden zur Steuerung bzw. Begrenzung von Nachhaltigkeitsrisiken im Abschnitt Risikomanagement beibehalten. Diese werden jetzt aber nur als mögliche Beispiele eingestuft und durch den Zusatz „sofern für das Geschäftsmodell des Unternehmens relevant“ relativiert. Wir werden das Merkblatt in den Gremien weiter auswerten.

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peggy.steffen@bvi.de

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EU-Kommission stellt einen Fahrplan für den „EU Green Deal“ vor

Die EU soll bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent werden. Dieses Ziel haben die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten im Dezember 2019...

Die EU soll bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent werden. Dieses Ziel haben die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten im Dezember 2019 ausgerufen. Die EU-Kommission will das Ziel der Klimaneutralität nun in EU-Gesetzen verankern. Außerdem hat sie den europäischen „Green Deal“ als ein Maßnahmenpaket für einen nachhaltigen ökologischen Wandel vorgestellt. Die Mitteilung der EU-Kommission sieht tiefgreifende Veränderungen für alle wesentlichen Wirtschaftssektoren vor:

  • Der Energiesektor soll dekarbonisiert werden.
  • Die neue EU-Industriestrategie soll die Realwirtschaft bei Innovationen unterstützen und durch einen Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft ergänzt werden, um das Angebot von wiederverwendbaren und langlebigen Produkten zu erhöhen.
  • Energieeffiziente Renovierungen von Gebäuden sollen erleichtert und gefördert werden.
  • Der Verkehrssektor soll effizienter vernetzt und emissionsärmer werden. Die Luftverschmutzung durch den Verkehr vor allem in den Städten soll drastisch abnehmen.
  • Für den Agrarsektor soll die Strategie „Vom Hof auf den Tisch“ den Weg zu einer nachhaltigeren Lebensmittelpolitik bereiten.

In diesen Bereichen sind für die kommenden zwei Jahre umfangreiche Maßnahmen angekündigt. Die Nachhaltigkeit soll außerdem künftig in alle Politikbereiche der EU einbezogen werden. So soll die Europäische Investitionsbank ihr Klimaziel bis 2025 von 25 auf 50 Prozent verdoppeln und damit zur „Klimabank“ Europas werden.

Für den Finanzsektor plant die EU-Kommission, im ersten Quartal 2020 eine neue grüne Strategie zu konsultieren. Diese soll nach unserem Verständnis die Maßnahmen des EU-Aktionsplans zur Förderung des nachhaltigen Wachstums neu priorisieren und gegebenenfalls ergänzen. Weiterführende Informationen zum europäischen „Green Deal“ finden Sie hier.

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magdalena.kuper@bvi.de

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BVI-Rechtsabteilung sucht Verstärkung

Die Berührungspunkte des Asset Managements mit dem Gesellschaftsrecht sind vielfältig: Ausgestaltung und Wahrnehmung von Aktionärs- und Gläubigerrechten, Fragen...

Die Berührungspunkte des Asset Managements mit dem Gesellschaftsrecht sind vielfältig: Ausgestaltung und Wahrnehmung von Aktionärs- und Gläubigerrechten, Fragen der Corporate Governance oder die Besonderheiten gesellschaftsförmiger Fonds sind nur einige Beispiele. Die aufsichtsrechtliche Regulierung geschlossener Fonds im KAGB und die anhaltende Debatte über Nachhaltigkeit im Finanzbereich rücken gesellschaftsrechtliche Themen weiter in den Mittelpunkt des Fondsgeschäfts. Die Rechtsabteilung des BVI möchte ihre diesbezüglichen Kompetenzen weiter ausbauen und sucht dafür einen Volljuristen (m/w/d) mit investment- und gesellschaftsrechtlichem Hintergrund. Wenn Sie Näheres erfahren möchten, klicken Sie hier.

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marcus.mecklenburg@bvi.de

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BVI fordert wesentliche Nachbesserungen beim PRIIPs-KID

In einer Stellungnahme vom 23. Dezember 2019 an die ESAs sprechen wir uns dafür aus, die Änderungsvorschläge zum PRIIPs-KID in einigen wesentlichen Punkten...

In einer Stellungnahme vom 23. Dezember 2019 an die ESAs sprechen wir uns dafür aus, die Änderungsvorschläge zum PRIIPs-KID in einigen wesentlichen Punkten nachzubessern:

  • Performance-Information:
    Die von den ESAs favorisierte „Dividend Yield“-Methode für die Berechnung der zukunftsgerichteten Performance-Szenarien lehnen wir ab. Diese Methode setzt die Ermittlung der Renditen für Einzeltitel auf Grundlage einer Fondsdurchschau voraus und wäre damit nur mit unverhältnismäßigem Aufwand und erheblichen Kosten umsetzbar. Einen Mehrwert sehen wir in der Einführung eines „Sharpe-Ratio“-Ansatzes, der die Ergebnisse der Szenario-Berechnungen glätten könnte.
  • Darstellung der Kosten:
    Die von den ESAs vorgeschlagenen Änderungen der Kostentabellen sind zu komplex und müssen auf die wesentlichen Aussagen zu Kosten reduziert werden. Die in den Tabellen enthaltenen Kostenangaben sollten unter MiFID-II-konformen Annahmen berechnet werden. Außerdem halten wir es für wichtig, Einzelheiten der Kostenberechnung für PRIIPs, die in Immobilien und andere Sachwerte investieren, zu klären und dabei nur Kosten zu berücksichtigen, die mit der Management-Leistung zusammenhängen.
  • Berechnung der Transaktionskosten:
    Die beiden von des ESAs vorgeschlagenen Optionen zur Änderung der Berechnungsmethode für Transaktionskosten stellen eine Verbesserung gegenüber dem Status Quo dar. Allerdings sollte die Marktbewegung insgesamt aus der Kostenberechnung ausgeklammert werden, um Verzerrungen und Widersprüche zur Kostenoffenlegung nach MiFID II, die Marktbewegungen als Kosten ausschließt, zu vermeiden. Wir sehen außerdem keinen Mehrwert im Vorschlag der ESAs, der die Nutzung eines vereinfachten Berechnungsansatzes bei Produkten mit niedrigen Transaktionsvolumina erlaubt. Vielmehr plädieren wir dafür, alternative Berechnungsmethoden, etwa unter Rückgriff auf standardisierte Tabellen, bei Einhaltung bestimmter qualitativer Anforderungen zuzulassen.

Unsere Eingabe erfolgte im Zusammenhang mit der Konsultation zur Überarbeitung der Level 2-Vorschriften für das PRIIPs-KID (vgl. Newsletter 17/2019). Wir haben unsere Anmerkungen deutlich vor Ablauf der Konsultationsfrist am 13. Januar 2020 eingereicht, um den ESAs ausreichend Zeit für die Auswertung zu geben. Die ESAs haben vor, die finalen Empfehlungen für die Überarbeitung des PRIIPs-KID bereits bis Ende März 2020 an die EU-Kommission zu übermitteln.

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magdalena.kuper@bvi.de

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BVI kritisiert Referentenentwurf zur Aufsichtsübertragung der Finanzanlagenvermittler

Das BMF hat den Entwurf zur Übertragung der Aufsicht über Finanzanlagenvermittler auf die BaFin zur Konsultation gestellt. Da dies bereits im Koalitionsvertrag...

Das BMF hat den Entwurf zur Übertragung der Aufsicht über Finanzanlagenvermittler auf die BaFin zur Konsultation gestellt. Da dies bereits im Koalitionsvertrag festgehalten ist, und das BMF im Sommer letzten Jahres ein Eckpunktepapier veröffentlicht hat (Newsletter 12/2019), kommt der Entwurf nicht überraschend. Statt der Industrie- und Handelskammern bzw. der Gewerbeämter sollen Finanzan-lagenvermittler und Honorar-Finanzanlagenberater ab dem 1. Januar 2021 von der BaFin beaufsichtigt werden. Wir sehen die Übertragung weiterhin kritisch, insbesondere fehlen bislang stichhaltige Gründe für die Notwendigkeit der Übertragung auf die BaFin. Zudem wird eine damit einhergehende Zersplitterung der Aufsicht über Finanzanlagenvermittlern und Versicherungsvermittler in Kauf genommen. Unserer Stellungnahme finden Sie hier.

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anna.niemitz@bvi.de

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BaFin konsultiert überarbeitete Fondskategorien-Richtlinie

Die BaFin hat die Fondskategorien-Richtlinie überarbeitet und den Entwurf zur Konsultation gestellt. Neben redaktionellen Änderungen berücksichtigt der Entwurf...

Die BaFin hat die Fondskategorien-Richtlinie überarbeitet und den Entwurf zur Konsultation gestellt. Neben redaktionellen Änderungen berücksichtigt der Entwurf die EU-Geldmarktfondsverordnung und sieht eine Reduzierung der erforderlichen Quote von Vermögensgegenständen für die namensgebende Fondskategorie von „mindestens 51 Prozent“ auf „fortlaufend mehr als 50 Prozent“ vor. Auch mittelbare Investitionen über Aktienzielfonds können auf diese Quote angerechnet werden. Die Konsultation läuft bis zum 31. Januar 2020.

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tim.kreutzmann@bvi.de

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EU-Kommission konsultiert die Regulierung von Krypto-Werten

Die EU-Kommission führt bis zum 19. März 2020 eine öffentliche Konsultation zur Regulierung von Krypto-Werten durch. Begleitend hat sie eine Auswirkungsanalyse...

Die EU-Kommission führt bis zum 19. März 2020 eine öffentliche Konsultation zur Regulierung von Krypto-Werten durch. Begleitend hat sie eine Auswirkungsanalyse veröffentlicht.

In ihrer Analyse skizziert die Kommission das Problem, dass es noch keine europäische Definition für Krypto-Werte gibt. Abhängig von der rechtlichen Ausgestaltung unterfallen nur manche Krypto-Werte der europäischen Finanzmarktrichtlinie oder den nationalen Vorgaben der Mitgliedstaaten, so dass beim Umgang mit Krypto-Werten bislang kein einheitlicher europäischer Verbraucherschutz gewährleistet ist.

Die Kommission beabsichtigt, durch rechtliche Klarstellungen die Tokenisierung von Finanzinstrumenten, also die Schaffung von Krypto-Werten, voranzutreiben. Dies soll zu Effizienzsteigerungen entlang der Wertschöpfungskette im Handels- und Nachhandelsbereich sowie zu Verbesserungen beim Risikomanagement führen.

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tim.kreutzmann@bvi.de

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EU schlägt Maßnahmen zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit gegen Cyberkriminalität vor

Im Nachgang ihres FinTech-Aktionsplanes aus dem Jahr 2018 und infolge der zunehmenden Bedeutung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) im...

Im Nachgang ihres FinTech-Aktionsplanes aus dem Jahr 2018 und infolge der zunehmenden Bedeutung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) im Finanzsektor hat die EU-Kommission neue Vorschläge zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit gegen Cyberkriminalität sowie eine Folgenabschätzung zur Konsultation gestellt. Dies soll sicherstellen, dass die im Finanzsektor verwendeten IKT-Systeme Sicherheitsbedrohungen standhalten und IKT-Drittanbieter überwacht werden. Damit reagiert die Kommission auf einen Bericht der ESAs vom letzten Jahr, in dem diese eine Fragmentierung einzelner Regeln sowie Lücken in den EU-Rahmenwerken identifiziert und weiteren Regelungsbedarf zur Harmonisierung empfohlen haben (vgl. Newsletter 7/2019). Die Vorschläge der ESAs konzentrierten sich auf Regeln zur IKT-Governance und Sicherheit, Vereinheitlichung der Meldeanforderungen sowie auf die Überprüfung von Konzentrationsrisiken bei kritischen externen Dienstleistungsanbietern mit Auswirkungen auf einzelne Unternehmen.

Die EU-Kommission greift die Vorschläge der ESAs auf und erwägt im Konsultationspapier, bestehende EU-Vorschriften zu ändern (u.a. Regelungen zu IKT und zum Sicherheitsrisikomanagement in den EU-Regelwerken beaufsichtigter Unternehmen sowie die NIS-Richtlinie über Netz- und Informationssicherheit) sowie eine neue Verordnung für die Betriebsstabilität digitaler Systeme im Finanzdienstleistungsbereich einzuführen. Das Konsultationspapier enthält dazu noch keine konkreten Vorschläge. Diese will die EU-Kommission erst nach Auswertung der Konsultation im dritten Quartal 2020 vorlegen. Zudem sollen 2020 zielgerichtete Workshops gemeinsam mit Aufsehern und Marktteilnehmern aus allen Finanzsektoren stattfinden. Die Konsultation soll daher dazu dienen, vorab in einem umfangreichen Fragebogen die Meinungen der Marktteilnehmer in Erfahrung zu bringen. Hierzu zählen auch, inwieweit das Reporting über IKT-Vorfälle harmonisiert und kritische externe Dienstleistungsanbieter beaufsichtigt werden können. Dies soll einen besseren Überblick auf diejenigen Anbieter schaffen, die mit ihren Dienstleistungen einen Bezug zum regulierten Finanzsektor haben bzw. die im Wege der Auslagerungen Aufgaben regulierter Finanzunternehmen wahrnehmen. Beispielsweise ist die EU-Kommission daran interessiert, ob ein freiwilliger bzw. verpflichtender Rotationsmechanismus oder Grenzwerte geregelt werden sollen, um Konzentrationsrisiken bei einem oder mehreren Drittanbietern zu vermeiden. Wir werden die Gelegenheit nutzen, auch eine Mindestregulierung von Datenvendoren anzuregen.

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peggy.steffen@bvi.de

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Neues Regelwerk für Wertpapierfirmen ist im EU-Amtsblatt veröffentlicht

Die beiden neuen Regelwerke IFD und IFR (vgl. Newsletter 14/2019) sind inzwischen im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Das EU-Rahmenwerk betrifft Unternehmen, die...

Die beiden neuen Regelwerke IFD und IFR (vgl. Newsletter 14/2019) sind inzwischen im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Das EU-Rahmenwerk betrifft Unternehmen, die Dienstleistungen nach der MiFID erbringen und weder Bank noch Fondsgesellschaft sind. Von den EU-weit betroffenen ca. 6.000 Unternehmen zählen rund 700 Wertpapierhändler, Vermögensverwalter, Anlageberater oder Anlage- und Abschlussvermittler mit einer KWG-Erlaubnis aus Deutschland dazu. Für diese legen die IFD und IFR künftig eigene und neue Anforderungen an die Eigenmittel, interne Governance sowie Transparenzpflichten fest. Die IFR gilt als EU-Verordnung unmittelbar und ist ab dem 26. Juni 2021 anzuwenden mit Ausnahme der weiteren neuen Vorschriften in der MiFID/MiFIR zum Tick-Size-Regime (diese Vorschriften zu den Mindestkursänderungen gelten ab dem 26. März 2020) und zu den systematischen Internalisierern (diese gelten bereits seit dem 25. Dezember 2019). Die IFD ist als EU-Richtlinie bis zum 26. Juni 2021 in nationales Recht umzusetzen. Das BMF arbeitet bereits mit der BaFin an einem Umsetzungsvorschlag mit einem eigenen Gesetz für Wertpapierfirmen außerhalb des KWG. Das KWG würde dann künftig nur noch für CRR-Kreditinstitute gelten. Dennoch strebt das BMF eine systematische Vergleichbarkeit der neuen Regeln mit dem KWG an, damit für die betroffenen Unternehmen ein hoher Widererkennungseffekt ohne allzu große Einschnitte besteht (z.B. im Bereich der Boni-Regulierung). Wir erwarten erste konkrete Vorschläge Ende erstes bzw. Anfang zweites Quartal 2020. Zu den zahlreichen Level-2-Maßnahmen plant die EBA in diesem Jahr, weitere Konsultationen durchzuführen. 

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ESMA stockt Personal bis 2022 um 66 Prozent auf

Die ESMA hat ihre Prioritäten für 2020 bis 2022 vorgestellt:

Die ESMA hat ihre Prioritäten für 2020 bis 2022 vorgestellt:

  • Eine Verbesserung von Instrumenten wie Peer Reviews (Ländervergleiche), Fragen- und Antwortenkataloge sowie die Erstellung eines einheitlichen Aufsichtsregelwerks (Single Rulebook) soll die aufsichtliche Kovergenz stärken.
  • Im Rahmen der Verbesserung des Anlegerschutzes sollen verstärkt Testkäufe von Kleinanlegerprodukten erfolgen sowie Risikoindikatoren entwickelt werden.
  • Auf internationaler Ebene soll eine verstärkte Überwachung der regulatorischen und aufsichtlichen Entwicklung in Drittstaaten sowie eine Unterstützung der EU-Kommission bei der Vorbereitung von Äquivalenzentscheidungen erfolgen. Auch strebt die ESMA eine stärkere Präsenz auf internationalen Veranstaltungen an.
  • Bei aufsichtlichen Querschnittsthemen plant die ESMA in ihren Tätigkeiten eine stärkere Einbeziehung technischer Innovationen, nachhaltige Finanzierung und die Berücksichtigung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit.
  • Eine Direktaufsicht durch die ESMA soll erfolgen bei
    - zentralen Gegenparteien von Drittländern,
    - kritischen Benchmarks, Benchmarks aus Drittländern und Anbietern von Datendiensten ab 1. Januar 2022,
    - Verbriefungsregister,
    - Wertpapierfinanzierungsgeschäften.

Zur Erfüllung dieser Aufgaben plant die ESMA, ihr Personal bis 2022 um 66 Prozent von derzeit 232 auf 384 Mitarbeiter aufzustocken.

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axel.willger@bvi.de

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Reform der europäischen Aufsichtsbehörden tritt in Kraft

Die Texte der ESA-Reform wurden im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Die darin enthaltenen Änderungen der Gründungsrechtsakte für die ESMA, EIOPA und EBA sind danach...

Die Texte der ESA-Reform wurden im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Die darin enthaltenen Änderungen der Gründungsrechtsakte für die ESMA, EIOPA und EBA sind danach bereits am 1. Januar 2020 in Kraft getreten. Auch der überarbeitete Rechtsrahmen für den Europäischen Rat für Systemrisiken ESRB ist bereits wirksam geworden. Die Übertragung direkter Aufsichtskompetenzen auf die ESMA für die Anbieter kritischer Referenzindizes in der Benchmark-Verordnung und die Betreiber von konsolidierten Datentickern (CTP), genehmigten Meldemechanismen (ARM) und Veröffentlichungssystemen (APA) in der MiFIR soll hingegen erst Anfang 2022 zur Anwendung kommen. Dazu sind noch konkretisierende Maßnahmen auf Level 2 zu erwarten. Für die Fondsbranche hat die Reform nunmehr keine unmittelbaren Auswirkungen (vgl. Newsletter 6/2019).

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Kroatien stellt Finanzmarktprioritäten für seine Ratspräsidentschaft vor

Kroatien hat seit dem 1. Januar 2020 die EU-Ratspräsidentschaft (vgl. Programm) übernommen und in diesem Rahmen seine Prioritäten im Finanzmarktbereich...

Kroatien hat seit dem 1. Januar 2020 die EU-Ratspräsidentschaft (vgl. Programm) übernommen und in diesem Rahmen seine Prioritäten im Finanzmarktbereich vorgestellt. Neben dem Abschluss der laufenden Gesetzgebungsverfahren zur Sanierung und Abwicklung von zentralen Gegenparteien, zu notleidenden Krediten  sowie zu Crowdfunding strebt Kroatien die inhaltliche Begleitung der EU-Kommission bei der Weiterentwicklung der EU-Kapitalmarktunion an. Die Stärkung der internationalen Rolle des Euro stellt ebenso ein wichtiges Ziel dar wie die Förderung eines nachhaltigen Steuerwesens und die Unterstützung von Maßnahmen zur Vertiefung des EU-Binnenmarkts. Kroatien wird seine Ratspräsidentschaft turnusmäßig bis zum 30. Juni ausüben, gefolgt von Deutschland im zweiten Halbjahr 2020.

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„Wenn man eine Sache mit Klarheit zu behandeln weiß, ist man auch zu vielen anderen Dingen tauglich.“

Johann Wolfgang von Goethe
(1749-1832)


Steuern

Investmentsteuergesetz: BVI fordert weitere Klarstellungen zu Spezial-Investmentfonds

Investmentsteuergesetz: BVI fordert weitere Klarstellungen zu Spezial-Investmentfonds

Mit unserem Schreiben vom 20. Dezember 2019 fordern wir gemeinsam mit der Deutschen Kreditwirtschaft vom BMF weitere Klarstellungen hinsichtlich der Besteuerung...

Mit unserem Schreiben vom 20. Dezember 2019 fordern wir gemeinsam mit der Deutschen Kreditwirtschaft vom BMF weitere Klarstellungen hinsichtlich der Besteuerung von Spezial-Investmentfonds und deren Anleger.

Wir gehen unter anderem auf nicht oder nicht eindeutig im Entwurf eines Anwendungsschreibens zum Investmentsteuergesetz (InvStG) vom 16. Dezember 2019 (vgl. Newsletter 20/2019) erläuterte Sachverhalte ein:

  • Freistellung von inländischen Immobilienerträgen auf Ebene des Anlegers eines Dach-Spezial-Investmentfonds, die über Ziel-Spezial-Investmentfonds vereinnahmt werden
  • Abzug von Betriebsausgaben im Zusammenhang mit (teilweise) steuerbefreiten Erträgen (Poolrefinanzierungskosten bei Kreditinstituten)
  • Berücksichtigung der Anleger-Gewinne bei der Bewertung und Rückgabe von Spezial-Investmentfondsanteilen
  • Umqualifizierung von Substanzausschüttungen in Spezial-Investmentfondserträge
  • Ausübung bzw. Widerruf der Transparenzoption bei Spezial-Investmentfonds

Die vorgebrachten Punkte sollten unabhängig vom veröffentlichten BMF-Entwurf im Hinblick auf die Umsetzung auf Anlegerebene in den Steuererklärungen für 2018 und den handelsrechtlichen Abschlüssen für 2019 zeitnah geklärt werden. Zum Entwurf eines Anwendungsschreibens zum InvStG vom 16. Dezember 2019 werden wir fristgerecht bis zum 30. Januar 2020 ausführlich Stellung nehmen.

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bastian.hammer@bvi.de

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BMF äußert sich ausführlich zur Behandlung der Unterschiedsbeträge im Investmentsteuergesetz

Das BMF hat sich mit Schreiben vom 19. Dezember 2019 ausführlich zur Behandlung von Unterschiedsbeträgen nach dem Investmentsteuergesetz in der Fassung bis Ende...

Das BMF hat sich mit Schreiben vom 19. Dezember 2019 ausführlich zur Behandlung von Unterschiedsbeträgen nach dem Investmentsteuergesetz in der Fassung bis Ende 2017 geäußert. Die Ausführungen im BMF-Schreiben vom 21. Mai 2019 zu diesem Themenkomplex waren sehr kurz gefasst und haben etliche Fragen offen gelassen. Im Hinblick auf die Verarbeitung von Unterschiedsbeträgen bei Privatanlegern ist das BMF unserem Petitum gefolgt, Doppelbesteuerungen ausschließlich im Rahmen der Veranlagung zu vermeiden und klarzustellen, dass depotführende Stellen im Steuerabzugsverfahren Unterschiedsbeträge bei der Ermittlung des fiktiven Veräußerungsgewinns nicht zu berücksichtigen haben (vgl. Randziffern 56.3g und 56.3h). Positiv werten wir zudem, dass Unterschiedsbeträge nicht berücksichtigt werden müssen, soweit der Steuerpflichtige Investmentanteile oder Spezial-Investmentanteile im Veranlagungszeitraum der Veröffentlichung von Unterschiedsbeträgen veräußert oder in früheren Veranlagungszeiträumen veräußert hat.

Außerdem hat das BMF nun – auch im Vergleich zum Entwurf vom 27. September 2019 – viele weitere Themen deutlich ausführlicher dargestellt bzw. neu aufgenommen. Neu aufgenommen wurde beispielsweise eine Wahlmöglichkeit für bilanzierende Anleger. Diese können die Unterschiedsbeträge entweder im Veranlagungszeitraum der Veröffentlichung oder im Veranlagungszeitraum 2017 (bzw. 2018 im Fall eines vom Kalenderjahr abweichenden Wirtschaftsjahres) berücksichtigen (vgl. Randziffer 56.3f). Spezial-Investmentfonds als Anleger an (Ziel-)Investmentfonds haben die Unterschiedsbeträge in dem Veranlagungszeitraum der Veröffentlichung im Bundesanzeiger bei der Einkünfteermittlung ihren Anlegern zuzurechnen (vgl. Randziffer 56.3r). Dies scheint das BMF als Folge der doppelten steuerlichen Transparenz bei Dachfondskonstellationen anzusehen.

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Altersvorsorge

Gutachten: Geplante Finanztransaktionssteuer schmälert Altersvorsorge

Gutachten: Geplante Finanztransaktionssteuer schmälert Altersvorsorge

Nach einem Gutachten, das die FDP-Fraktion in Auftrag gegeben hat, würde die geplante Finanztransaktionssteuer den Vermögensaufbau und die Altersvorsorge viel...

Nach einem Gutachten, das die FDP-Fraktion in Auftrag gegeben hat, würde die geplante Finanztransaktionssteuer den Vermögensaufbau und die Altersvorsorge viel stärker treffen, als dies die Befürworter bei dem niedrig erscheinenden Steuersatz von 0,2 Prozent auf den Kaufpreis von Aktien vermuten. Ein Grund sei, dass aktiv gemanagte Fonds die gekauften Aktien in der Regel nicht dauerhaft halten, sondern das Portfolio regelmäßig umschichten. Die Autoren haben unter anderem berechnet, wie viel Finanztransaktionssteuer Anleger hätten zahlen müssen, die vor vierzig Jahren eingestiegen sind. Ihnen wären vom Endwert bis zu rund acht Prozent durch Steuerzahlungen entgangen. Aufgrund der zahlreichen Umgehungsmöglichkeiten, beispielsweise durch den Einsatz von Derivaten, erwarten die Autoren, dass das realisierbare Steueraufkommen deutlich hinter den Erwartungen zurückbleiben wird. Außerdem erscheine nach allgemeinen Kriterien das vorliegende Konzept einer Aktienerwerbsteuer nicht sehr attraktiv. Es belaste vor allem Kleinanleger.

Die Erkenntnisse bestätigen unsere Argumente gegen die Pläne zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer und bekräftigen uns, weiter massiv gegen das vor allem von Finanzminister Olaf Scholz vorangetriebene Vorhaben zu lobbyieren (z.B. Kommentar „Politischer Deal auf Kosten der Sparer“ von Thomas Richter in der FAZ).

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Marktinfrastruktur

ESMA veröffentlicht finale Leitlinien zum Meldewesen für Wertpapierfinanzierungsgeschäfte

ESMA veröffentlicht finale Leitlinien zum Meldewesen für Wertpapierfinanzierungsgeschäfte

Die ESMA hat ihre Leitlinien zum Meldewesen für die Wertpapierfinanzierungsgeschäfte (Securities Financing Transactions Regulation, SFTR) als auch die Validieru...

Die ESMA hat ihre Leitlinien zum Meldewesen für die Wertpapierfinanzierungsgeschäfte (Securities Financing Transactions Regulation, SFTR) als auch die Validierungsregeln veröffentlicht. Zudem hat die ESMA eine Position zur Nutzung des Emittenten-LEI publiziert. Sie ist weiterhin der Auffassung, dass der Emittenten-LEI verpflichtend zu verwenden ist. Die ESMA nimmt zur Kenntnis, dass 88 Prozent der Finanzinstrumente von EU-Emittenten über einen Legal Entity Identifier (LEI) verfügen. Bei Nicht-EU-Emittenten liegt der Anteil bei circa 30 Prozent. Die ESMA wird daher mit dem Beginn der Meldepflicht ab dem 13. April 2020 für ein Jahr nicht beanstanden, wenn die SFT-Meldungen an ein Transaktionsregister für Drittstaaten-Emittenten ohne einen gültigen LEI erfolgen. Allerdings erwartet die Aufsicht, dass in diesem Zeitraum alle relevanten Meldeparteien die Drittstaaten-Emittenten ohne gültigen LEI ansprechen, um diesen Identifier zu erhalten. Kreditinstitute müssen ab dem 13. April 2020 alle Wertpapierfinanzierungsgeschäfte an ein Transaktionsregister melden. Für Asset Manager gilt diese Anforderung ab dem 11. Oktober 2020.

Wir hatten uns im Rahmen der ESMA-Konsultation dafür eingesetzt, dass der LEI im Meldewesen für alle Emittenten als verpflichtend anzugeben ist (vgl. Mitteilung 36/2019 an den Arbeitskreis OTC-Derivate) und werden die ESMA-Leitlinien in den Gremien besprechen.

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Solvency II: Financial Data Exchange veröffentlicht neue Version 5 zum EU-Fondsdatenblatt

Die Financial Data Exchange (FinDatEx) hat für das Solvency-II-EU-Fondsdatenblatt die neue Version 5 (einschließlich Informationsdokument sowie aktualisierten...

Die Financial Data Exchange (FinDatEx) hat für das Solvency-II-EU-Fondsdatenblatt die neue Version 5 (einschließlich Informationsdokument sowie aktualisierten Fragen- und Antworten-Katalog) veröffentlicht. Wir haben uns in der Arbeitsgruppe der FinDatEx federführend an der Überarbeitung beteiligt und die Anliegen der deutschen Fondsbranche eingebracht. Auf Folgendes möchten wir Sie hinweisen:

  • Nutzung der Version 5
    -    Die Version 5 kann mit dem Stichtag 31. März 2020 genutzt werden.
    -    Nach dem 31. März 2020 ist eine Verwendung der Version 3 nicht mehr zulässig.
    -    Übergangsweise können KVGs im zweiten Quartal 2020 die Versionen 4 und 5 paralle
    nutzen.
    -    Ab dem 30. Juni 2020 ist nur Version 5 zulässig.
    -    Letztmalig kann mit dem Stichtag 30. Juni 2020 die Version 4 verwendet werden.
  • Neuerungen in der Version 5
    -    Datenfeld für Verbriefungen (Feld 56) aufgrund neuer aufsichtsrechlicher Regelungen
    aktualisiert
    -    Neues Datenfeld für Private Equity eingefügt
    -    Spalte bzw. neues Datenfeld bereitgestellt, um mit Hilfe des Fondsdatenblattes die
    Berichtspflichten für Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung (EbAV) erfüllen zu 
    können
    -    Validierungsregeln für Stückzahl bzw. Nominale der einzelnen Finanzinstrumente
    verbessert

Die FinDatEx erwartet, dass alle relevanten Marktteilnehmer zur Sicherstellung einer effektiven Datenlieferung die Fondsdaten nur in dem Format des EU-Fondsdatenblattes übermitteln. Damit soll vermieden werden, dass die Marktteilnehmer unterschiedliche technische Schnittstellen nutzen, die zu zusätzlichen operativen Kosten führen.

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Veranstaltungen

BVI Fund Operations Konferenz mit dem Cyber-Sicherheitsexperten des Verteidigungsministeriums

Die BVI Fund Operations Konferenz informiert Sie am 31. März 2020 in über 40 Vorträgen in parallelen Vortragssträngen über die Trends in der Wertpapier- und Fon...

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Die BVI Fund Operations Konferenz informiert Sie am 31. März 2020 in über 40 Vorträgen in parallelen Vortragssträngen über die Trends in der Wertpapier- und Fondsbranche.

Volker Kozok (Cybersicherheitsexperte im Bundesministerium der Verteidigung) wird im Eröffnungsvortrag die Wahrnehmung von Cyber-Risiken und die Bedrohungen für Wirtschaft und Politik darstellen. Darüber hinaus erwarten Sie interessante Vorträge u.a. zu Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Informationssicherheit, Finanzmarktdaten, Wertpapierhandel, Aufsichts- und Anlegerreporting, Immobilienmanagement und Verwahrstellenthemen. Mehr als 30 Aussteller werden ihre Produkte und Leistungen präsentieren. Weitere Details zu den Themen und zur Anmeldung finden Sie hier.

simone.dungs@bvi.de

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BVI-Termine und BVI-Veranstaltungen

Informieren Sie sich hier über anstehende Termine der BVI-Ausschüsse, Arbeitskreise, Seminare und Veranstaltungen.

BVI-Termine

21.1.2020

Ausschuss Administration und Standardisierung

21.1.2020

Arbeitskreis Liquiditätsrisiken

22.1.2020

Arbeitskreis Steuern/Immobilienfonds

24.1.2020

Arbeitskreis Verantwortliches Investieren

27.1.2020

Ausschuss Steuern und Bilanzen

28.1.2020

Ausschuss Risikomanagement und Performance

Seminare und Veranstaltungen

Level

23.1.2020

Das KAGB an einem Tag

Anmeldung und Info

24.1.2020

Offene Immobilienfonds an einem Tag

Anmeldung und Info

28.1.2020

FundsXML Get Inside Event

Anmeldung und Info

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13.2.2020

Investmentfonds an einem Tag

Anmeldung und Info

18.2.2020

Facts, Funds and Food
Absolut Research: Mehr Transparenz für Investoren bei Private Market Investments

Anmeldung und Info

■ ■

20.2.2020

BVI kompakt

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2.3.2020

Expert Forum Asset Management - The Management of Liquidity and Leverage Risk in Regulated Funds

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■ ■

10.3.2020

GIPS-Tag

Anmeldung und Info

■ ■

31.3.2020

BVI Fund Operations Konferenz

Anmeldung und Info

■ ■

Veranstaltungen externer Anbieter

27.2.2020

Eurex Derivatives Forum 2020

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.

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23.3.2020

EBS Kompaktstudium Sustainable & Responsible Investments (SRI)

Info

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■ ■           für Teilnehmer mit Vorkenntnissen
■ ■ ■        für Teilnehmer mit speziellen Fachkenntnissen

Die BVI-Veranstaltungen auf einen Blick finden Sie hier. Weitere Seminare finden Sie bei uns im Internet.

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Ihr nächster Newsletter erscheint am: 3.2.2020

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